Faszientraining: So bringst du dein Bindegewebe in Bestform

Ist Faszientraining die Rettung bei Verspannungen und Schmerzen?

Das Wort „Faszien“ ist in aller Munde. Doch was hat es wirklich auf sich mit diesem elastischen Gewebe? Stress, anhaltende Belastungen und auch Verletzungen hinterlassen Spuren in unserem Körper. Faszien reagieren darauf, indem sie verhärten und uns steif und ungelenkig machen. Das kann zu Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat führen. Ganz klar also, weshalb das Faszientraining so beliebt ist. Denn mit effektiven Übungen können diese Verklebungen gelöst werden. Wir zeigen dir die sechs effektivsten Übungen für gesunde Faszien.

  1. Was sind Faszien?

  2. Wofür ist Faszientraining geeignet?

  3. Faszientraining: 6 Übungen für gesunde Faszien

  4. Häufig gestellte Fragen zum Thema Faszientraining

Was sind Faszien?

Faszien sind die elastischen Weichteilkomponenten des Bindegewebes, sie durchziehen unser gesamtes Bindegewebe und unseren Stützgewebeapparat. 

Jeden Körper durchzieht ein Fasziennetz, das sich in der Haut, in Knorpeln, Knochen, Gelenken, Sehnen, Muskeln und Organen befindet. Streng genommen hat jeder Körper also nur eine Faszie. Denn alle Stränge und Fasern dieses Gewebes sind miteinander verbunden. 

Die Faszien in unserem Körper können in drei Arten unterteilt werden: 

  1. oberflächliche Faszien: Diese sind Teil des Oberhautgewebes

  2. tiefe Faszien: Sie bilden eine Schutzhülle um unsere Muskeln, Knochen und Gelenke und verbinden sie miteinander.

  3. viszerale Faszien: Diese Faszien bilden eine Schutzhülle um unsere Organe und sorgen dafür, dass sie genau dort bleiben, wo sie hingehören. 

Faszien dienen unseren Organen, Muskeln und Gelenken somit als Schutz und sorgen gleichzeitig für unsere Beweglichkeit.

Massagegeräte shöppenJe nach Körperpartie gibt es geeignete Faszienrollen und -bälle.

Wofür ist Faszientraining geeignet?

Faszien bestehen größtenteils aus Wasser, Kollagen und Elastin. Durch Verspannungen, Stress, Verletzungen, zu viel oder zu wenig Bewegung werden Faszien mit der Zeit unflexibel, binden schwerer Wasser und verhärten sich. Das Resultat sind eine steife Muskulatur und ein ebensolcher Bewegungsapparat. An den betroffenen Stellen können Schmerzen entstehen. Diese Verhärtungen und Verklebungen können durch Faszientraining wieder gelöst werden. 

Mit Faszientraining kannst du gezielt: 

  • Schmerzen im Rücken, in den Schultern, im Nacken, in den Beinen und im Gesäß lösen 

  • Gelenke biegsam halten 

  • Deine Beweglichkeit erhöhen

  • Verspannungen lösen

  • Verhärtungen durch Verletzungen lösen

  • Muskelkater reduzieren

  • Arthrose vorbeugen

Die Faszienrolle im Einsatz gegen Verklebungen im Unterschenkel.

Faszientraining: 6 Übungen für gesunde Faszien

Übungen für dein Faszientraining kannst du ganz einfach zu Hause ausführen. Nimm dir für die einzelnen Übungen genug Zeit. Für ein effektives Training planst du pro Körperpartie rund drei Minuten ein. 

Bei allen Übungen mit einer Faszienrolle oder einem Faszienball solltest du sehr behutsam und langsam vorgehen. Nur so lösen sich die Verklebungen der Faszien. Schnelles Rollen fördert die Durchblutung und wirkt erwärmend, macht harte Faszien jedoch nicht wieder elastisch.

Und noch ein wichtiger Hinweis, bevor es mit den Übungen losgeht: Verklebungen zu lösen, kann sehr schmerzhaft sein. Du musst nicht aufs Ganze gehen und die Schmerzen bis zum Gehtnichtmehr aushalten. Bei allen Übungen mit Faszienrollen kannst du den Druck auf unterschiedliche Weise reduzieren oder erhöhen. 

  • Je langsamer du die Übungen ausführst, desto größer ist der Druck und häufig auch der Schmerz.

  • Je mehr Körpergewicht auf der Rolle liegt, desto intensiver ist die Übung. 

  • Faszienrollen gibt es in verschiedenen Härtegraden, auch so kannst du die Intensität variieren.

Beinwalze mit der Faszienrolle

Setze dich auf eine Gymnastikmatte und stütze die Hände etwas hinter deinem Körper ab. Lege die Faszienrolle unter deine Wade am Muskelansatz. Schiebe dich nun nach vorne, sodass dein Unterschenkel langsam über die Faszienrolle gleitet. Bist du bei der Kniekehle angekommen, kannst du entweder wieder zurück in die Ausgangsposition oder die Faszienrolle weiter über den Oberschenkel führen. Nach dem gleichen Prinzip kannst du die Faszienrolle auch für den Rücken anwenden.  

Armschwünge

Stelle deine Beine hüftbreit auseinander. Der Rücken ist gerade. Lass die Arme locker nach unten hängen. Beginne, deine Arme gleichmäßig nach vorne und hinten zu pendeln. Mit der Zeit werden deine Bewegungen immer dynamischer. Bringe deine Arme bis zu deinem Kopf und stelle dich mithilfe des Schwungs auf die Zehenspitzen. Beim Armschwung nach unten gehst du mit dem Oberkörper leicht mit und rundest die Wirbelsäule.  

Flamingo

Stelle dich aufrecht hin, strecke ein Bein gerade nach hinten und beuge den Oberkörper nach vorne. Das Standbein ist leicht gebeugt. Die Arme sind zur Seite ausgestreckt. Hebe dein Bein bis zu dem Punkt, an dem es in einer waagrechten Linie mit deinem Oberkörper und Kopf ist. Halte diese Position einige Atemzüge lang.

Nackenrolle

Lege dich mit dem Rücken auf eine Gymnastikmatte und stelle deine Beine abgewinkelt auf den Boden. Lege die Faszienrolle in deinen Nacken. Beginne jetzt ganz behutsam den Kopf in eine Richtung zu drehen. Bei sehr unangenehmem Druck bleibst du in dieser Position, bis der Druck weg ist. Drehe deinen Kopf in die andere Richtung und bearbeite unangenehme Druckstellen. Bis sich eine Druckstelle löst, dauert es etwas. Für eine intensivere Wirkung kannst du während der Übung das Gesäß anheben.

Die Faszienrolle im Einsatz gegen Verklebungen im Unterschenkel.

Triggern für Schulter

Lege dich mit dem Rücken auf eine Matte. Platziere einen Faszienball oder Tennisball zwischen deinem Schulterblatt und deiner Wirbelsäule. Deine Hände kannst du unter deinem Hinterkopf zusammenbringen oder neben deinen Körper legen. Der Körper ist ganz locker. Beginne nun langsam und tief einzuatmen. Beim Einatmen erhöht sich der Druck. Atme wieder aus. Wiederhole dies für rund zwei Minuten. Spüre beim Einatmen keine Druckstellen mehr, kannst du die Position des Balls leicht verändern oder ihn zwischen das andere Schulterblatt und deine Wirbelsäule legen. Achte wieder darauf, dass dein Körper ganz entspannt ist. Beginne mit einer tiefen Einatmung. 

Rollen für den Po 

Setze dich auf eine Faszienrolle, Deine Beine sind angewinkelt und deine Füße liegen flach am Boden auf. Dein Rücken ist gerade. Bewege dich ganz langsam nach vorne und wieder zurück. Die Füße gehen mit.

Massageartikel shöppenSagen Sie Schmerzen und Verspannungen mit Faszientraining ade.

Wie oft sollte Faszientraining pro Woche stattfinden?

Verklebungen kannst du nachhaltig nur durch regelmäßige Übungen loswerden. Faszientraining solltest du deshalb mindestens dreimal pro Woche ausüben. Besonders betroffene Körperpartien kannst du noch intensiver behandeln und tägliches Faszientraining anwenden.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Faszientraining


Was bewirkt ein Faszientraining?

Das Faszientraining löst Verklebungen und sorgt für elastische und bewegliche Faszien. Es löst nicht nur Verspannungen, sondern auch Schmerzen am Rücken, in den Schultern und Armen, im Nacken, im Gesäß und in den Beinen. Dein ganzer Bewegungsapparat bleibt durch effektives Faszientraining beweglicher.

Warum tut Faszientraining so weh?

Gesunde Faszien sind sehr elastisch und flexibel. Durch Stress, Verletzungen und auch zu wenig oder zu viel Bewegung bilden sich Verhärtungen. Die Faszien verdicken und können sogar Nerven einengen. Faszientraining tut weh, da die Übungen exakt an jenen Stellen ansetzen, an denen die Faszien verhärtet sind. 

Wie lange dauert es, bis sich verklebte Faszien lösen?

Verklebte Faszien zu lösen, kann mehrere Monate dauern, da der Körper einige Zeit braucht, um das Kollagen, das ein Bestandteil von Faszien ist, neu zu bilden. Durch das laufende Faszientraining werden die verhärteten Faszien mit der Zeit wieder weicher und elastischer.

Ist Wärme gut für Faszien? 

Wärme wirkt entspannend und fördert die Durchblutung. Sind Muskelbereiche über längere Zeit sehr verspannt, unterstützt Wärme die Muskellockerung und kann die Elastizität der Faszien verbessern.

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