Beikost für dein Baby: Das musst du wissen!

Der erste Löffel Brei ist für ein Baby ein wichtiger und spannender Meilenstein. Für die Eltern kann er aber auch ganz schön nervenaufreibend werden. Das vor allem, wenn der Brei einfach nicht im Mund bleibt, sondern die Umgebung schmückt. Wir geben dir wichtige Informationen und Tipps, wie du dein Baby an die Beikost gewöhnst.
Dein Baby ist für Beikost bereit: Das sind die Hinweise
Babys sind neugierig und entdeckungsfreudig, das gilt auch fürs Essen. Dein Baby gibt dir deshalb verschiedene Signale, dass es für die
Wenn du selbst etwas isst, verfolgt dein Baby das Besteck mit den Augen. Vielleicht öffnet es sogar seinen Mund.
Dein Baby kann die eigene Hand zum Mund führen und sich Dinge, wie zum Beispiel einen Beißring oder eine Rassel, gezielt in den Mund stecken.
Dein Baby kann bereits eigenständig sitzen und den Kopf stabil halten.
Du hast das Gefühl, Muttermilch oder Fläschchen reichen deinem Baby nicht mehr, der Hunger ist einfach schon größer? Auch das ist ein Hinweis auf den richtigen Zeitpunkt für die Breieinführung.
Ab wann kann man mit Beikost beginnen?
Mit circa 6 Monaten haben beinahe alle Babys Interesse an der Beikost. Du kannst jedoch auch bereits etwas früher mit dem ersten Babybrei beginnen. Empfohlen wird der Beikoststart zwischen dem fünften und siebenten Lebensmonat.
Wie fange ich mit Beikost an?
Wichtig ist, den richtigen Tageszeitpunkt für den Start der Beikost zu erwischen. Bewährt hat sich die Mittagszeit. Üblicherweise machen Babys im Alter von rund sechs Monaten noch einen Vormittags- und einen Nachmittagsschlaf. Zu Mittag sind sie putzmunter. Das ist ideal, um mit der Breieinführung zu beginnen. Sei jedoch nicht verwundert, wenn dein Kind am Anfang nur ganz wenige Teelöffel isst. Das ist normal und es wird mit der Zeit immer etwas mehr.

Beikostplan: Welche Beikost kommt wann?
Dein Baby muss sich erst einmal an die vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen und Texturen gewöhnen. Deshalb heißt es bei der Breieinführung, sich an die verschiedenen Zutaten langsam heranzutasten.
Ab 5.–7. Monat: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
Starte die Breieinführung mit einer einzigen Gemüseart, am besten etwas Süßlichem wie Karotten oder Süßkartoffeln. Ein paar Teelöffel reichen für den Anfang völlig aus und das Füttern wird selbst bei so einer geringen Menge einige Zeit in Anspruch nehmen.
Nach ein paar Tagen kannst du die Gemüsemenge auf 100g erhöhen und dem Brei auch einen EL Öl hinzufügen. Nach rund zehn Tagen hat sich dein Baby an den ersten Brei gewöhnt. Ab dann kannst du andere Gemüsesorten wie Kartoffeln, Pastinake, Kürbis, Zucchini oder Brokkoli und 30g Fleisch beimengen.
Ab 6.–8. Monat: Vollmilch-Getreide-Brei
Klappt es mit dem Mittagsbrei bereits gut, kannst du mit der Einführung des nächsten Breis beginnen. Der Vollmilch-Getreide-Brei wird gerne abends verabreicht, kann jedoch auch nachmittags gegeben werden.
Als Getreide für diesen Brei eignen sich Hirse, Reis, Hafer, Dinkel und Weizen. Du kannst dem Brei auch eine kleine Menge Obstmus hinzufügen.
Ab 7.–9. Monat: Getreide-Obst-Brei
Der reine Getreide-Obst-Brei wird ohne Milch zubereitet. Er ist der ideale Babysnack für den Nachmittag, um deinen Sprössling mit etwas Energie und Vitaminen zu versorgen.
Die Getreideflocken oder der Grieß werden mit Wasser aufgekocht. Bei der Obstwahl kannst du dich einfach an der Jahreszeit orientieren, Apfelmus ist aber der Dauerbrenner bei beinahe allen Babys.
Milchmahlzeit als Ergänzung zum Brei
Durch die Einführung von Babybrei kannst du langsam das Stillen oder die Gabe von Fläschchen reduzieren. Dies erfolgt jedoch schrittweise. Erhält dein Baby zu Mittag einen Brei, ersetzt dieser das Stillen oder das Fläschchen. Ganz zu Beginn wird das vielleicht nicht gleich funktionieren, da dein Baby nur ganz geringe Mengen Brei essen wird. Der Hunger kann beim Start der Breieinführung also auch nach dem Mittagsbrei noch vorhanden sein. Stillen oder Fläschchen sind dann natürlich nach wie vor wichtig für dein Baby. Wer nicht mehr stillt, kann auf ein Fläschchen mit Säuglingsmilchnahrung zurückgreifen.
Tierische Milch, wie beispielsweise Kuhmilch, solltest du im ersten Lebensjahr ausschließlich für die Breizubereitung verwenden. Zum Trinken ist tierische Milch für Babys nicht geeignet. Auch andere tierische Milchprodukte wie Topfen oder Joghurt stehen erst nach dem ersten Lebensjahr auf dem Speiseplan der kleinen Essensentdecker*innen.
Gibt es Lebensmittel, die man nicht zufüttern sollte?
Viele Lebensmittel, die für Erwachsene gesund sind, sind für Babys nicht geeignet. Auf alle blähenden und schwer verdaulichen Lebensmittel wie beispielsweise Linsen, Kichererbsen und Weißkohl solltest du besser verzichten.
Rohkost ist für den Magen der Kleinen viel zu schwer zu verarbeiten. Achte beim Zubereiten des Breis darauf, das Gemüse gut zu kochen.
Du solltest deinem Baby außerdem weder Zucker noch Süßungsmittel geben, auch nicht in Form von gesüßten Getränken.
Auch gibt es Lebensmittel, die du deinem Sprössling vor dem ersten Lebensjahr gar nicht geben solltest, da sie gesundheitsschädigend sein können. Dazu zählen Rohmilchprodukte, Honig und kalt gepresste Öle. Tierische Rohmilchprodukte können Bakterieninfektionen hervorrufen, da die Milch im Verarbeitungsprozess nicht abgekocht wird. Ähnliches gilt für das Naturprodukt Honig. Das im Honig enthaltene Bakterium Clostridium botulinum kann für Säuglinge lebensbedrohlich sein. Ohne Wärmezufuhr in der Verarbeitung zählen kaltgepresste Öle. Dadurch können sie Schadstoffe enthalten, die für Babys gesundheitsschädigend sein können. Tabu sind weiters rohe oder weichgekochte Eier, roher Fisch und rohes Fleisch.
Neben bestimmten Lebensmitteln solltest du insbesondere am Anfang der Beikost jegliche Gewürze meiden. Auch wenn das für dich geschmacklos wirkt, werden Kartoffeln und Co. für Babys zu Beginn nicht gesalzen und auch nicht mit scharfen Gewürzen oder Kräutern versehen.
Braucht dein Baby Abwechslung auf dem Speiseplan?
Bei der Beikosteinführung solltest du keinen abwechslungsreichen Speiseplan an der Tagesordnung haben. Dein Baby muss sich erst an Textur und Geschmack gewöhnen. Wenn du ihm zu viele unterschiedliche Breivarianten anbietest, kann das sogar dazu führen, dass es die Beikost ablehnt.
Wähle vor allem am Anfang der Beikost eine einzige Gemüsesorte, die du deinem Baby zufütterst. So kannst du auch testen, ob dein Baby darauf allergisch reagiert. Das erkennst du am besten durch einen wunden Po oder sonstige Hautirritationen an Oberkörper, Gesicht oder Armbeugen.
Was tun, wenn dein Baby den Brei immer wieder ausspuckt?
Du merkst, dein Baby hat Interesse am Essen, spuckt es aber immer wieder aus? Die Umstellung von Muttermilch oder Pre-Nahrung auf Brei ist für ein Baby sehr groß. Es war gewohnt, Nahrung flüssig durch Nuckeln zu erhalten. Plötzlich wird ihm mit einem Löffel eine breiige Nahrung verabreicht. Das klappt nur selten auf Anhieb. Zu Beginn landet der Großteil des Essens nicht im Mund, sondern leider großflächig rundherum. Hier heißt es Geduld bewahren, nach sieben bis zehn Tagen klappt es meist schon viel besser.
Wir haben für dich dennoch einige Tipps, wenn dein Baby den Brei ausspuckt:
Versuche es mit einem anderen Löffel oder gib nur ganz wenig Brei auf den Löffel.
Wenn dein Baby Interesse zeigt, kannst du ihm den Löffel mit wenig Brei darauf in die Hand geben. So kann es ganz alleine und mit den eigenen Händen den Löffel kennenlernen. Achte immer darauf, dass dein Baby den Löffel nicht zu weit in den Mund bekommt.
Die Textur ist bei der Breieinführung entscheidend: Wird das Gemüse nicht fein püriert, haben es Babys schwer, den Brei zu schlucken. Der Brei sollte am Anfang sehr fein püriert und nicht zu dickflüssig sein.
Achte auf die passende Temperatur, vielleicht ist der Brei deinem Baby einfach etwas zu warm.
Essen sollte kein Zwang sein. Wenn du das Gefühl hast, dein Baby ist noch nicht so weit, kannst du auch einige Tage Pause mit der Breieinführung machen.
Vielleicht hast du den Eindruck, deinem Baby schmeckt der Brei nicht. Dann probiere ein anderes Gemüse aus. Da Muttermilch süßlich schmeckt, eignet sich für die Breieinführung süßliches Gemüse wie Karotten oder Süßkartoffeln.

Beikost selber kochen oder Gläschen kaufen?
Bio-Gemüse kannst du auch selbst zu Babybrei verarbeiten. Bei selbst gemachtem Babybrei weißt du immer genau, was drinnen ist. Alle Zutaten werden frisch verarbeitet und mit einmal Kochen kannst du einen kleinen Vorrat anlegen. Wenn du dem Brei ein neues Gemüse oder Fleisch beimengen möchtest, kannst du das ganz individuell dosieren. Das sind wichtige Vorteile der selbst gemachten Beikost. Der Nachteil ist, dass die Zubereitung Zeit kostet.
Beikost in Gläschen kannst du bequem im Supermarkt oder im Drogeriemarkt kaufen und das auch gleich auf Vorrat. Keine der beiden Varianten ist somit schlechter oder besser. Als Mama oder Papa muss man einfach die Vor- und Nachteile für sich abwägen. Selbstverständlich ist auch eine Kombination möglich. Das gilt aber nur für erfahrene Babybreiesser*innen. Bei der Breieinführung solltest du dich für eine Variante entscheiden, um dein Baby an den Geschmack zu gewöhnen.
Welches Öl eignet sich für die Babykost?
Zu einer Mahlzeit Babybrei wird ein Esslöffel Öl beigemengt, um die Beikost mit etwas Fett zu verabreichen. Dieses wertvolle Fett bewirkt, dass der kleine Babykörper die fettlöslichen Vitamine wie Vitamin A, D, E und K besser aufnehmen kann. Diese Vitamine sind für das Wachstum deines Babys wichtig. Zudem unterstützt das Öl die Verdauung deines Babys. Eine kleine Menge eines hochwertigen Öls macht den Babybrei also noch nährstoffreicher.
Aber welches Öl solltest du verwenden? Am beliebtesten ist das Rapsöl, denn es enthält zusätzlich noch wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Genauso kannst du auch Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Leinöl oder Weizenkeimöl verwenden. Es sind auch spezielle Beikost-Öle erhältlich. Achte beim Kauf auf hochwertige Produkte und vermeide kalt gepresste Öle. Obwohl kalt gepresste Öle als sehr wertvoll erachtet werden, können sie dennoch Schadstoffe enthalten. Durch das Raffinieren werden diese Schadstoffe entfernt. Für Babys ist das ideal.
Spezielle Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin C, musst du dem Brei nicht zufügen.
Können Babybreireste wieder aufgewärmt werden?
Generell gilt: Frisch zubereitete Mahlzeiten enthalten die meisten Nährstoffe und sind für dein Baby am wertvollsten. Durch das erneute Aufwärmen gehen wichtige Vitamine verloren. Das macht den Babybrei jedoch nicht automatisch ungenießbar. Solltest du Babybrei noch einmal erwärmen, achte darauf, ihn nicht erneut zu kochen, um die Vitamine zu erhalten.
Bei Babybrei mit nitratreichen Lebensmitteln solltest du jedoch auf abermaliges Aufwärmen verzichten. Durch die erneute Wärmezufuhr kann sich das Nitrat vermehren und im Körper mehr Nitrat zu Nitrit umwandeln. Das kann gefährlich sein, da es die Sauerstoffaufnahme im Blut hemmt. Je älter das Baby jedoch ist, umso ungefährlicher sind nitratreiche Lebensmittel. Als nitratreiches Lebensmittel, das im Babybrei gerne verarbeitet wird, gilt insbesondere Spinat.


